Weingut G.H.v.Mumm
VDP

"Erste Gewächse"
aus dem Weingut G.H. von Mumm

Das 1811 aus der Ernte der Domäne Schloss Johannisberg entstandene Weingut bewirtschaftet 65 Hektar Rebfläche in den Gemeinden Assmansshausen, Rüdesheim, Geisenheim, Johannisberg und Winkel. Folgende Weinbergslagen sind für Erste Gewächse klassifiziert (gesamt 15,18 ha):

Assmannshausen Höllenberg
Frankenthal
0,88 ha
1,20 ha
Rüdesheim Berg Rottland 1,56 ha
Geisenheim Kläuserweg 1,54 ha
Johannisberg Mittelhölle
Hölle
6,00 ha
2,50 ha
Winkel Hasensprung 1,50 ha

Geologischer und historischer Hintergrund
zum "Ersten Gewächs"

Auf seinem Weg von den Alpen zur Nordsee hat sich dem Rhein vor Jahrmillionen ein Gebirgszug entgegengestellt, der den Strom zwang, auf der Höhe des 50. Breitengrades seinen Lauf auf einer Strecke von etwa 30 Kilometern in ostwestlicher Richtung zu suchen. Es ist die Gegend zwischen Hochheim, nahe der Mainmündung, und Rüdesheim, dort wo der Rhein in seinen romantischen Teil einbiegt.

In diesem Landstrich Deutschlands entstand, durch eine Laune der Natur, eine einmalige, lang gestreckte Südlage, welcher der an dieser Stelle tausend Meter breite Fluss exzellente Vegetationsbedingungen bietet. Es herrscht hier beinahe mediterranes Klima, welches Zitronen, Feigen, Mandeln, Maronen und natürlich den Wein gedeihen lässt. Seit Jahrhunderten schwärmen Reisende, Schriftsteller und Weinliebhaber davon, was Goethe während seines Besuches 1814 im Rheingau "hochgesegnete Gebreite" nannte.

Die Anfänge des systematischen Weinbaus liegen im 9. und 10. Jahrhundert. Bereits Kaiser Karl der Große erkannte die Güte der Böden und des Klimas. Zisterzienser und Benediktiner waren die ersten, die Weinbau im größeren Stil betrieben, immer mit Blick auf die besondere Eignung und Wertigkeit von exponierten Flächen und Parzellen. Aus diesen Ursprüngen sind später die großen Namen und Lagen des Rheingaus entstanden.

Blick auf Johannisberg

Die Bestätigung durch die Wissenschaft

Auf Initiative des Rheingauer Weinbauverbandes wurde ein langjährig erarbeitetes Gutachten von der Forschungsanstalt Geisenheim in Zusammenarbeit mit dem deutschen Wetterdienst erstellt, welches im Ergebnis die nicht allerorts gleichwertigen Boden- und klimabedingten Standortkriterien bestätigt.

Neben den Standortfaktoren wurden die langjährigen Ernteergebnisse, ebenso wie die Einflüsse von Sonnenscheinintensität und -dauer, Niederschlag, Wind und Frost geprüft und verglichen. Grundlage hierfür waren die seit mehr als 100 Jahre vorliegenden Aufzeichnungen der Domäne Schloss Johannisberg. Dieses Gesamtgutachten bildete die einstimmig vom Rheingauer Weinbauverband anerkannte und verabschiedete Basis einer neuen Gütekarte. Nach ihr sind rund 1.100 Hektar, etwa 1/3 der Rheingauer Rebflächen "klassifiziert". Nur hier dürfen Weine für die Bezeichnung "Erstes Gewächs" erzeugt werden.

Die äußerst strengen Qualitätskriterien

Die Lagenklassifizierung ist aber nur der erste Schritt. Strenge Anbau und Erzeugungskriterien begleiten die Arbeit des Winzers und Kellermeisters. So muss zunächst die Erntemenge durch Anschnitt von höchstens 6 Augen pro qm deutlich eingeschränkt werden. Der Ertrag pro Hektar darf 50 Hektoliter nicht überschreiten. Werden die vorgeschriebenen Mostgewichte (bei Riesling mindestens 83° Oechsle) nicht erreicht, muss der Most der normalen Ernte zugeführt werden.

Bevor ein solchermaßen erzeugter Wein abgefüllt werden darf, muss er als drittes, neben der amtlichen Prüfung, noch gesonderte strenge und verpflichtende Bewertungen bestehen. Erst, wenn sämtliche Voraussetzungen erfüllt sind, kann das „Erste Gewächs“ ab dem 1. September des auf die Ernte folgenden Jahres angeboten und verkauft werden.

Kennzeichen des Weines ist der schwarze
Streifen am Fuße des Etiketts: